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The Art of Duo

Izabela Helińska (Klavier) und Wasilij Tarabuko (Violine)


Seit dem Frühjahr 2005 machen die polnische Pianistin
Izabela Helińska, Direktorin der Musikschule in Zgorzelec (PL), und der aus Weißrussland stammende Geiger Wasilij Tarabuko, Konzertmeister der Neuen Lausitzer Philharmonie (Görlitz), gemeinsam Kammermusik. Neben verschiedenen anderen Programmen arbeiten sie derzeit an einem Zyklus mit Beethovens sämtlichen Violinsonaten, die in der Reihe „The Art of Duo“ vorgestellt werden sollen. Die ersten sechs Sonaten haben sie bereits vor begeistertem Publikum zu Gehör gebracht, der vierte „Streich“ folgt voraussichtlich im Herbst / Winter 2006...


> The Art of Duo I

Ludwig van Beethoven – Sonate für Klavier und Violine Nr. 1, D-Dur, op. 12/1
Ludwig van Beethoven – Sonate für Klavier und Violine Nr. 2, A-Dur, op. 12/2
Zugabe: Georges Boulanger – Pizzicato Waltz

Ludwig van Beethovens (1770 – 1827) zehn Violinsonaten entstanden zwischen 1797 und 1812. Sie umfassen zwei Zyklen von je drei Sonaten (op. 12 und op. 30) und vier einzelne Werke (op. 23, op. 24, op. 47 und op. 96).

Während es im ausgehenden 18. Jahrhundert üblich war, Klaviersonaten mit einem begleitenden Instrument zu komponieren, und obwohl auch Beethovens Opus 12 als „Drei Sonaten für das Cembalo oder Fortepiano mit einer Violine“ herausgegeben wurde, lässt sich sein Bestreben, die beiden Instrumente zunehmend als gleichberechtigte Partner zu behandeln, erkennen. Gleichwohl darf man nicht vergessen, dass Beethoven selbst ein herausragender Pianist und seine musikalische Sprache daher deutlich durch das Klavier geprägt war. Und so sollten die Melodien der Violine in allen zehn Sonaten aus diesem Bewusstsein heraus interpretiert werden.

Die Behauptung, dass schon die erste Sonate D-Dur op. 12/1 einen Hauch der schöpferischen Gewalt erahnen lässt, die sich schon bald Weg in Beethovens Schaffen bahnen würde, lässt sich nicht von der Hand weisen: schon die pralle Ideenfülle der ersten Takte des ersten Satzes (Allegro con brio) - kontrastierende Auf- und Abwärtsbewegungen, gebundene Synkopen, jagende Triolen - müssen die Zeigenossen schier überfordert haben. Der langsame zweite Satz (Andante con moto) ist ein Thema mit vier Variationen. Das Finale hingegen ein bezaubernd lebhaftes Rondo im 6/8-Takt (Allegro).

Die A-Dur-Sonate op. 12/2 besticht durch ihre Schlichtheit. Im ersten Satz (Allegro vivace) wird die Melodie - in der Klavierstimme - von den lebhaften Walzerfiguren der Violine begleitet. Der entspannte letzte Satz (Allegro piacevole) "entschädigt" für das Fehlen eines echten langsamen Satzes - das Andante des Mittelsatzes ist - wie die Satzbezeichnung des Komponisten schon andeutet - "più tosto allegretto". Der Finalsatz wartet am Ende wiederum mit einem recht außergewöhnlichen Kunstgriff auf: die Violine kommt zu einem dramatischen Abschluss, muss aber noch warten, bis auch das Piano seinen zusätzlichen Schlusstakt gespielt hat.

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> The Art of Duo II
Ludwig van Beethoven – Sonate für Klavier und Violine Nr. 3, Es-Dur, op. 12/3
Ludwig van Beethoven – Sonate für Klavier und Violine Nr. 4, a-Moll, op. 23
Zugabe: Henryk Wieniawski – Souvenir de Moscou, op. 6

Im Kopfsatz der Es-Dur-Sonate (Allegro con spirito), der dritten und letzten Sonate seines Antonio Salieri gewidmeten Opus 12, nimmt zunächst das Klavier eine virtuose Führungsrolle ein, zu Beginn des Seitenthemas jedoch hat sich die Geige bereits „emanzipiert“ und fliegt mit einer Reihe schwindelerregender Sechzehntelläufe dahin. Der zweite Satz, ein wundeschönes Adagio con molt’ espressione in C-Dur, dessen Poesie und Tiefgründigkeit schon auf Beethovens Spätwerk verweisen, besticht durch das natürliche Miteinander der beiden Instrumente, die abwechselnd das Hauptthema „singen“. Mit dem finalen Rondo (Allegro molto), in dem sich Klavier und Violine gegenseitig die Themen zuspielen, erweist der junge Beethoven seinem Vorbild Mozart seine Reverenz.

Die
a-Moll-Sonate
op. 23 gehört mit ihrer vor allem in den Ecksätzen ungewöhnlich kargen Struktur zu den seltener gespielten Violinsonaten Beethovens. Dem für einen ersten Sonatensatz unüblichen feurigen Presto im 6/8-Takt folgt ein Andante scherzoso, più allegretto, das sowohl als langsamer Mittelteil als auch als Scherzo fungiert; abgesehen von dem erstaunlichen Fugato-Teil im Anschluss an das sonderbar „hinkende“ Hauptthema ist diese Benutzung der Sonatenform eher rückwärtsgewandt-traditionell. Das Finale (Allegro molto) endet nach einigen „Ausflügen“ in Dur-Gefilde schließlich entschieden in Moll.

[Der polnische Violinvirtuose und Komponist Henryk Wieniawski (1835 – 1880) komponierte
Souvenir de Moscou
– ursprünglich für Violine und Orchester – im Jahr 1853. Dieses „Bravourstück“ variiert zwei populäre russische Romanzen von Alexander Varlamov (1801 – 1841) und kombiniert die schlichten, volksliedhaften Melodien mit ungeheueren technischen Eskapaden.
In der ausgedehnten, virtuosen Exposition taucht die Melodie, die sich im Mittelteil schließlich ganz entfaltet, bereits fragmentarisch auf. In den folgenden beiden Variationen umspielt und verziert die Geigenstimme das Thema kreuz und quer durch die Harmonien, bis das Stück in einen rasanten russischen Tanz übergeht. In drei weiteren Variationen steigert sich die Musik stetig bis zu einem triumphierenden Finale.]


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> NEU: The Art of Duo III

Ludwig van Beethoven – Sonate für Klavier und Violine Nr. 5 F-Dur, op. 24
Ludwig van Beethoven – Sonate für Klavier und Violine Nr. 6 A-Dur, op. 30/1
Zugabe: Henryk Wieniawski – Polonaise

Die „Frühlingssonate“ Nr. 5 in F-Dur (op. 24) mit ihrem beseelten, ornamental ausgeschmückten Thema des ersten Satzes (Allegro) ist die erste viersätzige Sonate Ludwig van Beethovens. Was noch in der vorangegangenen a-Moll-Sonate op. 23 in der eigenartigen Doppelung von Andante und Scherzo in einem Satz zusammengezogen war, findet in der F-Dur-Sonate op. 24 nun Raum in zwei Mittelsätzen: dem lyrischen und in romantischer Gefühlstiefe ruhig fließenden Andante molto espressivo in B-Dur, in dem das berühmte Kopfthema des ersten Satzes noch einmal deutlichen Anklang findet, und dem verblüffend kurzen Scherzo.Trio – Allegro molto, in dem Beethoven die Violin-stimme jeweils „zu spät“ einsetzen lässt und so das rhythmisch-metrische Gerüst humorig ins Wanken bringt. Die Sonate endet – wie alle vorhergegangenen Violinsonaten Beethovens – in einem spielfreudigen, schier „mozartischen“ Rondo-Finale.

Die drei dem russischen Zaren Alexander I. gewidmeten Sonaten op. 30 lassen einen neuen Impuls in Beethovens Schaffen erahnen. Bereits das Thema des Kopfsatzes der ersten Sonate Nr. 6 in A-Dur (op. 30 Nr. 1) wirkt wie eine Proklamation eines veränderten  Verhältnisses zwischen Violine und Klavier: in dem eleganten Allegro, in dem sich flinkes Legato-Partien und Synkopen abwechseln, sind beide Instrumente untrennbar beteiligt. Indem die Geigen- und die Klavierstimme so polyphon ineinander verschränkt sind, dass eine Unterscheidung von Haupt- und Begleitstimme schier unmöglich wird, grenzt sich Beethoven deutlich gegen die auch noch in seinen eigenen frühen Violinsonaten erkennbare Tradition der violinbegleiteten Klaviersonate des 18. Jahrhunderts ab. Die Durchführung dieses anscheinend so heiteren Werkes hält sich erstaunlich lange in Moll auf. Dem Adagio molto espressivo des eher assoziativ und locker daherkommenden 2. Satzes in D-Dur mit seinen punktierten Sechzehnteln und den fließenden Figuren folgt zum ersten Mal in Beethovens Violinsonaten statt eines Schlussrondos ein ausgedehnter Variationssatz (Allegretto con variazioni).

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